Wachst du auch jeden Morgen auf und denkst: „Shit, doch keine Netflix-Serie, die Corona-Krise ist real und ich mittendrin?“ Was die Krise bedeutet, was sie verändert und wie wir sie für uns nutzen können, steht hier.

What the fuck! Corona-Krise, wohin man schaut. So was haben wir noch nicht erlebt. Das Virus springt fröhlich von Land zu Land und richtet Unheil an. Wir Menschen sind in einer Schockstarre. Ausgangsperre, Kontaktverbot, Maßnahmen, die man nur aus dystopischen Filmen kennt, sind plötzlich Alltag in unserem Leben. Das neue weiße Gold: Klopapier, das einige wie von Sinnen horten.

 Jeden von uns trifft Corona auf seine eigene Art: Die eine bangt um den Job, der andere um betagte Eltern; Familien müssen aus dem Home-Office heraus abliefern, nebenbei Kinder bespaßen und Lehrer spielen. Die psychisch Labilen unter uns haben Ängste und Depressionen. Manche haben sich mit dem Virus infiziert und liegen im Krankenhaus.

So weit die Bestandaufnahme.

Aber: Wir überleben das. Diese Zeit hat viele Facetten, die jetzt wie ein Crashkurs auf uns wirken. Die Erde hat uns Hausarrest erteilt, damit wir über unser Verhalten nachdenken. Und da haben wir ne Menge zu tun.

Während die Natur endlich mal durchatmen kann, zwingt uns das Virus, auf Missstände zu schauen: Umweltverschmutzung und Klimawandel, ganz klar. Mangelhafte Gesundheitssysteme. Hektisches Hin- und Herreisen mit Flugzeug und Luxus-Linern, als ob es kein Morgen gäbe. Aufs Autofahren verzichten, nö, wieso denn auch?

Völlig unterbezahlte Pflegekräfte und überlastete Ärzte. Überfüllte Frauenhäuser. Gruselige Wildtiermärkte in Asien, wo das Virus höchstwahrscheinlich vom Tier auf den Menschen übergegangen ist.

Egoismus, Achtlosigkeit und Verschwendungssucht sind die neuen Todsünden. Und das meine ich nicht ironisch. Unser „moderner“ Lebenswandel ist der Super-Spreading-Booster für Covid-19, auf dem er wie auf einer Rakete reitet.

Wer ist stärker – die Krise oder du?

„In der Krise zeigt sich der Charakter“. Leider nicht von mir, das Zitat, sondern vom schlauen Helmut Schmidt (RIP).

Und es stimmt.

Wichtig: Die Corona-Pandemie ist eine externe Krise, die sich tatsächlich gewaschen hat. Das bedeutet aber nicht, dass du sie zu deiner inneren Krise machen musst. Und was heißt das jetzt?

Alte Bekannte, die keiner eingeladen hat, kommen plötzlich zu Besuch, spazieren direkt in unseren Kopf rein: Ängste aller Couleur. Verlust-, Existenz- oder auch Todesängste, ey, was wollt ihr denn hier?

 Jetzt geht’s darum, zu reflektieren, dass die Unsicherheit im Außen stattfindet. Wenn du aber im Inneren stark und gefestigt bist, kann dir das nicht so viel anhaben. Du hast immer noch dich und alles, was dich ausmacht. Lass diese äußere Krise da, wo sie hingehört: draußen.

Du kannst viel und hast schon viel geschafft. Erinnere dich jeden Tag daran.

Wie gut ist dein Türsteher?

Du hast einen Türsteher, auch, wenn du das noch nicht wusstet. Er ist unsichtbar und arbeitet in deinem Kopf. Er kontrolliert, wer reinkommt. Und die Ansage dazu machst du. Also: Nachrichten-Dauerbeschallung, Endzeit-Fantasien, Verschwörungstheorien und Ängste deiner Mitmenschen?

Oder sagst du deinem Security-Mann, dass jetzt nur begrenzt die nötigsten Nachrichten (zweimal am Tag reicht völlig) reindürfen und ansonsten nur positive, schöne, mutmachende News? Chancen und Möglichkeiten, neue Ideen, Dankbarkeit für die kleinen und auch großen Dinge?

Denk dran, dass das, was du konsumierst, liest und hörst, auf deine Gedanken und Stimmung abfärbt. Im Guten wie im Schlechten. Solltest du also grade ohnehin mit Ängsten kämpfen, halte dich von denen fern, die das befeuern oder ihre Ängste bei dir abladen wollen.

 Also, denk dran, wen du in deinen Kopf lässt: Shit in, Shit out.

Alles Negative macht nicht nur Angst und Sorgen, es kann auch dein Immunsystem schwächen. Und das braucht grade keiner.

 Ganz schön viel ist auch ganz schön gut.

Erstens: Wir haben keinen Krieg gegen andere Menschen. Zum Glück. Wir alle sitzen im gleichen „Corona-Boot“ und haben jetzt die Chance, uns gegen Covid-19 zu verbünden.

Zweitens: WIR – HABEN – INTERNET.

Und damit die Möglichkeit, uns auch bei #stayathome, Quarantäne oder Home-Office fast alles nach Hause zu bestellen, was wir brauchen. Wir können uns rund um die Uhr informieren (sollten wir aber nicht unbedingt, siehe oben), Online-Kurse machen, Webinare, Binge-Watchen, Skypen, Pornos gucken, Online shoppen, Social Media-Kanäle rauf und runter scrollen und Katzenvideos schauen.

Die meisten von uns haben eine Flatrate. Und ein Dach überm Kopf. Fließend Wasser. Manche haben sogar Klopapier 😉 Die notwendigen Einschränkungen verunsichern und stressen uns, und ja, es ist Frühling, wir wollen raus in die Sonne und mit unseren Freunden Bier trinken.

Das geht jetzt nicht. Essen gehen und feiern auch nicht. Aber es geht uns nicht so schlecht in unseren Wohnungen und Häusern, in denen wir sicher sind, es warm und trocken haben und der Kühlschrank voll ist. Und es wird auch wieder anders werden. Ganz sicher.

6 kleine Superwaffen gegen Krisenstimmung.

  • Stell deinen Fokus richtig ein: Ändere das, was du ändern kannst. Nicht das, was du nicht ändern kannst.
  • Die Corona-Krise hilft uns grade beim Aussortieren. Was ist uns wichtig, was sogar viel wichtiger ist als wir dachten. Und worauf können wir gut verzichten (Dinge, Tätigkeiten, Menschen)? Andere zahlen für solche Erkenntnisse tausende von Euro in Selbstoptimierungs-Seminaren.
  • Mal reflektieren, warum du vielleicht nicht gut (allein) zuhause sein kannst. Was ist da los? Was steckt dahinter? Alte Themen? Gedanken, die jetzt endlich zu Wort kommen und sich unangenehm anfühlen?
  • Zuhause mit dem Partner und oder Familie ist für viele jetzt eine Herausforderung, keine Frage. Vielleicht bahnen sich gerade auch Trennungen an. Es werden aber auch viele Paare und Familien feststellen, dass sie stabiler sind als sie dachten und durch diese Krise noch fester zusammenwachsen.
  • Vielleicht hast du grade noch mehr zu tun als sonst. Vielleicht hast du aber auch viel Zeit und das überfordert dich. Zeit ist unser wertvollstes Gut, keine Sekunde bekommen wir zurück. Sieh die zusätzlichen Stunden und Tage als Schatz und nutze sie so, wie es dir guttut. Mit Schlafen, Lesen, Kochen, Skypen, Umräumen, Sport, mit deinen Kindern oder Partner, deinem Hund oder Schildkröte oder der Steuererklärung, die sehnsüchtig auf dich wartet. So viel Zeit bekommst du nie wieder geschenkt!
  • Und: Zuhause kannst du rumlaufen, wie es dir passt. Erlaub dir, gammelig auszusehen, wenn du Bock drauf hast. Kein morgendliches Schminken auf den letzten Drücker. Kein Bad Hair Day, es interessiert eh niemanden, weil du den ganzen Tag zuhause bist. Keine unbequemen Klamotten. Aber: Wenn du dich „in Schale“ wohler fühlst, dann mach das. Du hast die Wahl und kannst jeden Tag neu entscheiden. Zuhause bist du Queen.

Ich wünsch dir alles Gute, eine schöne positive Einstellung und dass du durch diese Corona-Krise noch stärker wirst.

 

Über die Autorin

Ramona Schulze arbeitet als freie Texterin, Autorin und Ideenentwicklerin.
„Ich habe gelernt, meinen Fokus auf das Positive zu richten und in jeder
Situation, egal wie schwer sie erscheint, auch die Chancen zu entdecken. 
Dadurch hat sich mein Leben verändert. Ich freue mich, wenn ich mit
meinen Texten und Ideen andere Menschen inspirieren und motivieren kann.“